Aktuelles Arbeitsrecht Oktober 2013

Tod eines Praktikanten

Von einem tragischen Ereignis berichtet die Fachpresse (NJW-aktuell 36/2013, S. 28; NZA 17/2013, S. VII): Ein junger Mann studierte Management und wollte Investmentbanker werden. Deshalb machte er ein dreimonatiges Praktikum bei der Bank of America in London. In einem derartigen Praktikum mit bis zu 100 Stunden Wochenarbeitszeit können nicht nur € 10.000 verdient werden, sondern man kann sich auch für eine Anstellung empfehlen indem man zeigt, wie belastbar man ist. Von sich selbst meinte der junge Mann, er sei stark konkurrenzbetont und ehrgeizig. Seine Familie erwarte herausragende Lebensleistungen. Allem Anschein nach starb er wegen Überarbeitung an akuten Erschöpfungszuständen. Auch nach deutschem Recht gibt es für Praktikanten keine besonderen (Arbeitszeit-) Schutzvorschriften. Danach stellt sich aber die Frage, ob der junge Mann tatsächlich noch als „Praktikant“ betrachtet werden konnte oder ob die Schwelle zu einem (Normal)Arbeitsverhältnis bereits überschritten war (HHo/09.2013).